SchiLf: Resilienz stärken und empathisch kommunizieren -Förderung von Handlungssicherheit im Grundschulkontext

Angebotsnummer (ANR): 109824

Grundinformationen

Schulform

Alle Schulformen der Primarstufe

Bereich / Teilbereich

Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Fächerübergreifende Fortbildungen

Inhalt

Inhalte und Ziele der Fortbildung:

Die Anforderungen an den schulischen Alltag in der Grundschule sind durch zunehmende Heterogenität, veränderte soziale Bedingungen sowie gestiegene Erwartungen an Beziehungsarbeit, Klassenführung und emotionale Unterstützung deutlich gewachsen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die gezielte Förderung von Resilienz und Selbstregulationskompetenz bei Schülerinnen und Schülern sowie bei Lehrkräften eine zentrale Bedeutung.
Die Fortbildung greift diese Entwicklung auf und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der professionellen Handlungskompetenz des Kollegiums. Sie ist dem Bereich Professionalisierung / Umgang mit beruflichen Anforderungen sowie der Schulkultur – Kultur des Umgangs miteinander zuzuordnen und orientiert sich am Referenzrahmen Schulqualität NRW.

Ziel der Fortbildung ist es, die Resilienzkompetenz von Lehrkräften im Umgang mit beruflichen Belastungen zu stärken, die Selbstregulationsfähigkeit als zentrale personale Kompetenz weiterzuentwickeln, praxistaugliche Methoden zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen von Kindern im Grundschulalter zu vermitteln, den bewussten Einsatz empathischer Kommunikation als präventives und deeskalierendes Instrument im schulischen Alltag zu fördern.

Zentrales Struktur- und Ordnungsprinzip des Fortbildungstages sind die Sieben Säulen der Resilienz, die systematisch auf den schulischen Kontext übertragen werden:
  • Lösungsorientierung – Entwicklung einer handlungsorientierten Grundhaltung
  • Selbstregulation – bewusster Umgang mit eigenen Emotionen und Stressreaktionen
  • Eigenverantwortung – Stärkung der professionellen Selbstwirksamkeit
  • Akzeptanz – realistische Einordnung von Belastungen und Rahmenbedingungen
  • Netzwerkorientierung – Nutzung kollegialer und institutioneller Unterstützung
  • Zukunftsplanung – Zielklarheit und strukturierte Handlungsperspektiven
  • Realistischer Optimismus – Zuversicht auf Grundlage realistischer Einschätzung
Diese Resilienzfaktoren bilden die Grundlage für alle theoretischen Impulse und praktischen Arbeitsphasen.

Ergänzend werden zentrale Elemente der empathischen bzw. gewaltfreien Kommunikation sowie bewährte Anti-Ärger-Strategien aufgegriffen. Der Fokus liegt auf:
  • der bewussten Wahrnehmung eigener Bewertungen und innerer Haltungen,
  • dem professionellen Umgang mit herausfordernden Gefühlen (z. B. Ärger, Frustration, Überforderung),
  • der Übertragung dieser Kompetenzen auf die pädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern,
  • der Entwicklung einfacher, altersangemessener Methoden zur Förderung von Selbstregulation im Unterricht.

Die Erweiterung der Handlungskompetenzen der Lehrkräfte zur standard- und kompetenzorientierten Unterrichtsentwicklung, unter Berücksichtigung von Querschnittsaufgaben wie z. B. Digitalität im Unterricht, geschlechtersensibler Bildung, sprachsensiblem Unterricht, Gemeinsamem Lernen, Bildung nachhaltiger Entwicklung, usw. liegt im Fokus dieses Angebotes. Die angebotene schulinterne Fortbildung soll Lehrkräfte und schulnahes Personal bei dieser Aufgabe unterstützen, um so das professionelle Handeln der Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht weiterzuentwickeln.

Die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Unterstützungsangebotes erfolgen auf der Basis der für die Schulform und Fächer ausgewiesenen Standards in NRW.
Das Fortbildungsangebot berücksichtigt die in den Lerngruppen gegebene Vielfalt in ihrer Mehrdimensionalität von genderspezifischen, kulturellen und sprachlichen Aspekten bis hin zu Diversitätsmerkmalen wie u.a. behinderungsspezifischen Bedürfnissen (Umsetzung des Artikel 24 der VN-Behindertenrechtskonvention).

Bezug zum Lehrplan NRW:

Die schulinterne Lehrerfortbildung „Resilienz stärken und empathisch kommunizieren“ steht in engem Zusammenhang mit den verbindlichen Vorgaben der Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt Lehrkräfte bei der Umsetzung der überfachlichen Bildungs- und Erziehungsziele sowie der fächerübergreifenden Kompetenzerwartungen.

1. Übergreifender Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule NRW

Die Lehrpläne der Grundschule NRW betonen ausdrücklich die Aufgabe der Schule, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, sozialen Verantwortung und emotionalen Kompetenz zu fördern. Neben dem Kompetenzerwerb in den einzelnen Fächern werden insbesondere folgende Aspekte hervorgehoben:
  • Entwicklung von Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein,
  • Förderung von sozialem Lernen und Konfliktfähigkeit,
  • Unterstützung beim Umgang mit Emotionen,
  • Stärkung der Resilienz und Belastbarkeit im schulischen Alltag.

Die Fortbildung greift diesen Auftrag auf, indem sie Lehrkräften systematische Konzepte zur Förderung von Selbstregulation, emotionaler Stabilität und sozialer Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern vermittelt.

2. Bezüge zu den Lehrplänen Deutsch und Sachunterricht (fächerübergreifend)

Lehrplan Deutsch (Grundschule NRW)
Im Lehrplan Deutsch werden u. a. folgende Kompetenzbereiche formuliert:
  • Sprechen und Zuhören
  • Richtig miteinander sprechen und zuhören
  • Gesprächsregeln einhalten und Konflikte sprachlich klären.
Die Fortbildung unterstützt Lehrkräfte dabei,
  • empathische Gesprächsführung modellhaft vorzuleben,
  • emotionale Zustände sprachlich differenziert zu benennen,
  • Kinder anzuleiten, Gefühle, Bedürfnisse und Anliegen angemessen auszudrücken.

Lehrplan Sachunterricht (Grundschule NRW)

Der Sachunterricht verfolgt ausdrücklich das Ziel, Kinder zu befähigen,
  • sich selbst und andere wahrzunehmen,
  • mit Konflikten und Belastungen umzugehen,
  • Verantwortung für sich und das soziale Miteinander zu übernehmen.
Die Sieben Säulen der Resilienz lassen sich unmittelbar in die Lernbereiche „Menschliches Zusammenleben“, „Gesundheit und Wohlbefinden“ sowie „Soziales Lernen“ integrieren.

3. Bezüge zum Bereich „Soziales Lernen / Erziehungskonzept der Schule“

Unabhängig von einzelnen Fächern ist die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen ein Querschnittsauftrag der Grundschule. Die Fortbildung unterstützt diesen Auftrag durch:
  • praxisnahe Methoden zur Förderung von Selbstregulation und Frustrationstoleranz,
  • Strategien zur Konfliktlösung und Deeskalation,
  • Stärkung von Empathie und Perspektivübernahme.
Damit leistet sie einen direkten Beitrag zur Umsetzung schulischer Erziehungsziele sowie bestehender Konzepte zum sozialen Lernen, zur Prävention und zur Gewalt- bzw. Konfliktvermeidung.

4. Förderung personaler Kompetenzen gemäß Lehrplanvorgaben

Die Lehrpläne der Grundschule NRW heben ausdrücklich personale Kompetenzen hervor, darunter:
  • Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit,
  • Verantwortungsbereitschaft,
  • Umgang mit Anforderungen, Fehlern und Misserfolgen.

Durch die konsequente Ausrichtung an den Sieben Säulen der Resilienz werden Lehrkräfte befähigt,
  • Kinder in herausfordernden Situationen emotional zu begleiten,
  • resilienzförderliche Haltungen bewusst zu vermitteln,
  • Kinder zu ermutigen, lösungsorientiert und realistisch mit Schwierigkeiten umzugehen.

5. Beitrag zur individuellen Förderung

Die Fortbildung unterstützt die Umsetzung der im Schulgesetz NRW und den Lehrplänen verankerten individuellen Förderung, indem sie Lehrkräfte sensibilisiert für:
  • unterschiedliche emotionale Ausgangslagen von Kindern,
  • individuelle Reaktionsmuster bei Stress und Konflikten,
  • ressourcenorientierte Zugänge zur Unterstützung einzelner Schülerinnen und Schüler.

Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität NRW:

Inhaltsbereich 1: Erwartete Ergebnisse und Wirkungen

Dimension 1.1 – Fachliche und überfachliche Kompetenzen
Kriterium 1.1.2: Überfachliche Kompetenzen

Die Fortbildung fördert gezielt die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen, insbesondere:
Sozial-kommunikative Kompetenzen (Empathie, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit),
Personale Kompetenzen (Selbstreflexion, Selbstregulation, Verantwortungsübernahme, Selbstwirksamkeit). Durch die Arbeit mit den Sieben Säulen der Resilienz werden Lehrkräfte befähigt, diese Kompetenzen nicht nur bei sich selbst weiterzuentwickeln, sondern sie systematisch in die pädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern zu integrieren (z. B. durch Vorbildwirkung, sprachliche Begleitung emotionaler Prozesse, strukturierte Reflexion).

Dimension 1.3 – Schulzufriedenheit und Außenwirkung
Kriterium 1.3.1: Zufriedenheit der an Schule Beteiligten

Die Fortbildung trägt zur Erhöhung der Arbeitszufriedenheit von Lehrkräften bei, indem sie Strategien zur Stressreduktion, emotionalen Entlastung und professionellen Selbststeuerung vermittelt. Ein reflektierter und empathischer Umgang mit Belastungssituationen wirkt sich positiv auf:
das Klassenklima, die Beziehungsqualität zwischen Lehrkräften und SuS, die Wahrnehmung von Schule als wertschätzendem Lern- und Lebensraum aus.

Inhaltsbereich 2: Lehren und Lernen

Dimension 2.3 – Klassenführung

Die Fortbildung stärkt die Kompetenzen der Lehrkräfte im Bereich der präventiven Klassenführung, insbesondere durch:
Förderung von Selbstregulation als Grundlage souveränen Lehrerhandelns,
Einsatz empathischer Kommunikation zur Deeskalation von Konflikten,
bewussten Umgang mit Emotionen in Unterrichts- und Erziehungssituationen.

Dimension 2.4 – Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität

Die vermittelten Inhalte unterstützen einen ressourcenorientierten Blick auf Schülerinnen und Schüler. Die Sieben Säulen der Resilienz werden als Instrument genutzt, um:
individuelle emotionale Bedürfnisse wahrzunehmen, kindgerechte Strategien zur Selbstregulation zu vermitteln, Kinder im Umgang mit Frustration, Misserfolg und Konflikten zu begleiten.

Inhaltsbereich 3: Schulkultur

Dimension 3.2 – Kultur des Umgangs miteinander

Die Fortbildung unterstützt den Aufbau und die Weiterentwicklung einer wertschätzenden und respektvollen Schulkultur. Durch die Arbeit an:
  • empathischer Kommunikation,
  • Akzeptanz unterschiedlicher Perspektiven,
  • konstruktivem Umgang mit Konflikten
  • werden gemeinsame pädagogische Haltungen gestärkt und professionalisiert.

Dimension 3.4 – Kommunikation, Kooperation und Vernetzung
Die Fortbildung fördert die Fähigkeit zur:
  • reflektierten kollegialen Kommunikation,
  • Nutzung sozialer Unterstützung (Netzwerkorientierung als Resilienzsäule),
  • konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums.

Inhaltsbereich 4: Professionalisierung

Dimension 4.2 – Umgang mit beruflichen Anforderungen

Zentraler Schwerpunkt der Fortbildung ist die Förderung der professionellen Resilienz von Lehrkräften. Dies umfasst:
  • bewusste Selbstregulation in Belastungssituationen,
  • Entwicklung realistischer Handlungsoptionen,
  • Stärkung der eigenen psychischen Gesundheit.
  • Die Fortbildung leistet damit einen präventiven Beitrag zur Gesunderhaltung und zur langfristigen Sicherung professioneller Handlungsfähigkeit.

Dimension 4.1 – Lehrerbildung / Fortbildung

Die Fortbildung ist praxisnah, reflektiert und nachhaltig angelegt. Sie verbindet:
  • theoretische Grundlagen,
  • praktische Übungen,
  • Transfer in den schulischen Alltag
  • und erfüllt damit zentrale Anforderungen an wirksame schulinterne Fortbildungsformate.

Hinweise zu den Rahmenbedingungen

  • Es handelt sich um eine schulinterne Lehrkräftefortbildung für mindestens 15 Teilnehmende. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eventuell anfallende Reisekosten sowie Kosten für Kinderbetreuung sind über den Fortbildungsetat der anfragenden Schule abzurechnen.
  • Bei halbtägigen Veranstaltungen werden die Schulleitungen gebeten, in der Stundenplanung eine angemessene Mittagspause für die Teilnehmenden zu berücksichtigen.
  • Veranstaltungen, die als Onlineformat angeboten werden, werden über das Programm Zoom unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen durchgeführt. Gegebenenfalls wird Ihnen auch ein temporärer Zugriff auf das Lernmanagementsystem (Logineo LMS) des Regionalteams eingerichtet. Die Zugänge werden Ihnen in der Regel wenige Tage vor der Veranstaltung per Mail zugesandt.
  • Bitte bringen Sie ein digitales Endgerät (Tablet) mit. Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, melden Sie sich bitte im Vorfeld bei der zuständigen Fachberatung zur besseren Planung der Veranstaltung.

Bei weiteren Fragen melden Sie sich gerne persönlich bei der zuständigen Fachberatung der Bezirksregierung Detmold.

Ansprechpartnerin im RTF

Julia Wulf
05231-71-4664
mailto: Julia.wulf@bezreg-detmold.nrw.de

Fachberaterin für Lehrkräftefortbildung
Bezirksregierung Detmold
Dezernat 46: Staatliche Lehrkräfte Fort- und Weiterbildung
Leopoldstraße 15, 32756 Detmold

Zielgruppe und Voraussetzungen

Grundschullehrkräfte und Pädagogisches Personal

Kontakt

Fachberatung Fortbildung

Julia Wulf

E-Mail: julia.wulf@bezreg-detmold.nrw.de

Tel: 05231 71-4664

Sachbearbeitung

Julia Wulf

E-Mail: julia.wulf@bezreg-detmold.nrw.de

Tel: 05231 71-4664

Anmeldung

Regionalteams für Fortbildung