Handschrift verbessern - ein Trainingsangebot (Deutsch SI)

Angebotsnummer (ANR): 106513

Grundinformationen

Schulform

Allgemeine Schulformen Sek. I (mit GY)

Bereich / Teilbereich

Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Deutsch

Inhalt

Ziele:

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Bedeutung der persönlichen Handschrift im Zusammenhang von Persönlichkeitsbildung, Motorik, Kognition und Ästhetik sowie die Ursachen und Gründe für unleserliche Handschriften.
Die Teilnehmenden erhalten Einblick in verschiedene Methoden und Materialien zur Analyse und Verbesserung der (motorischen (Hand-)Schriftkompetenz in analoger und ggf. digitaler Form.
Die Teilnehmenden erproben verschiedene Methoden und Techniken zur kontinuierlichen Verbesserung der Handschrift ihrer Schülerinnen und Schüler.
Die Teilnehmenden diskutieren anhand von Beispielen die Einbindung in ihren konkreten Unterricht / ihr (Förder-)System.
Die Teilnehmenden antizipieren ein organisiertes Angebot für ein Schrifttraining zur Verbesserung einer flüssig, leserlichen Schreibschrift ihrer Schülerinnen und Schüler.

Inhalte:

  • Textverfassung gehört zu den zentralen Inhalts- und Kompetenzbereichen des Faches Deutsch.
    Die Fähigkeit eines flüssig lesbaren und persönlich verfassten Textes wird häufig im Bildungsdiskurs bemängelt und bedarf daher einer professionellen Schulung durch den Lehrkörper.
    So stellt u.a. Fritz Seydel fest, dass das Schriftbild es erlaubt auszudrücken, was sich nicht in Worte fassen lässt. Studien deuten darauf hin, dass Informationen besser verarbeitet werden, wenn sie handschriftlich notiert werden. Neurowissenschaftlerinnen wie Dr. Pam Mueller weisen in Experimenten auf Gedächtnisspuren hin, die beim Schreiben im Gehirn angelegt werden. Ihr Fazit lautet: Wer mit der Hand schreibt, kann sich mehr merken. Laut der Professorin James profitieren insbesondere Kinder vom Schreiben mit der Hand, da auch sie zu dem Schluss kommt, dass die entsprechenden Hirnregionen optimal aktiviert werden.
    Im Zuge der Digitalisierung gerät das Schreiben mit der Hand allerdings in den Hintergrund, da zunehmend mehr gewischt und getippt wird. Dennoch ist das Schreiben mit der Hand ein unumgängliches Kulturwerkzeug, das nicht ins Hintertreffen geraten darf. Zwölf Hirnareale, 30 Muskeln und 17 Gelenke wirken beim Schreibprozess zusammen. Beim Tippen handelt es sich immer um die gleiche Bewegung.
    Welche Vorteile bieten demnach die Förderung einer gut lesbaren und ästhetisch ansprechenden Handschrift?
  • Das Verfassen eines gut lesbaren Textes bietet der Adressatin und dem Adressaten die Möglichkeit, die Gedanken der Schreibenden und des Schreibenden lesen und verstehen zu können. Je besser die Schrift, desto flüssiger und nachvollziehbarer der Gedankengang, sodass sich die Schülerinnen und Schüler zunehmend auf die Inhalte konzentrieren können und daher auch eine Progression im Bereich Rechtschreibung, Textarbeit, Strukturieren von Inhalten etc. ermöglicht wird. Erfolge und daraus resultierend höhere Leistungsergebnisse sind positive Nebeneffekte, die zur Motivation der Lerngruppe beitragen und zur Weiterarbeit anregen.

  • Zu Beginn (Modul 1) erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über das Kulturwerkzeug Handschrift sowie verschiedene Schreibgeräte. Nachdem gemeinsam Kriterien für leserliche und ästhetisch ansprechende Handschriften ermittelt wurden, werden konkrete Problematiken analysiert und Materialien zur Verbesserung erprobt und bewertet.
  • Weiterhin erhalten die Teilnehmenden in einer Praxisphase (Modul 2) die Möglichkeit, verschiedene Schreibwerkzeuge und Hilfsmittel zum Schreiben (Handlettering und Kalligraphie) zu erproben, um somit ihre Relevanz erfahrbar zu machen. Ergänzt wird die Praxisphase durch Anwendungsmöglichkeiten in Bezug auf die digitale Handschriftförderung.

  • Zur Weiterarbeit erhalten die Teilnehmenden Übungsmaterialien, die als Ausgangsbasis genutzt werden können, um ein Konzept zur Implementierung und praktischen Umsetzung im Unterricht systematisch erstellen zu können.

Bezüge zum Medienkompetenzrahmen NRW:
1.2 Digitale Werkzeuge
4.2 Gestaltungsmittel
5.3 Identitätsfindung

In dieser Fortbildung werden Aspekte der Heterogenität und des Gemeinsamen Lernens vermittelt.

Bezug zum Referenzrahmen Schulqualität:
1.4 Langfristige Wirkungen
2.1 Ergebnis- und Standardorientierung
2.2 Kompetenzorientierung
2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
2.9 Bildungssprache und sprachsensibler Fachunterricht
2.10 Lernen und Lehren im digitalen Wandel

Bringen Sie zur Fortbildung bitte ein mobiles, dienstliches Endgerät mit. Denken Sie bitte auch an eine Auswahl von analogen Schreibgeräten und Schriftproben.

Reisekosten:

Die Reisekosten der Teilnehmenden werden aus dem Fortbildungsbudget der Schulen erstattet.

Sofern mehr Anmeldungen vorliegen, als Plätze vorhanden sind, erfolgt die Teilnehmendenauswahl nach einem mit den Personalräten vereinbarten Auswahlverfahren. Personen mit Schwerbehinderung werden bei der Anmeldung bevorzugt berücksichtigt. In der Regel sind unsere Veranstaltungen barrierefrei. Bitte geben Sie dennoch in der Anmeldung Ihren spezifischen Unterstützungsbedarf an, damit Ihre Teilhabe bestmöglich gesichert werden kann.

Hinweis für Online-Veranstaltungen: Den Link zum Videokonferenzraum erhalten Sie zeitnah vor der Veranstaltung an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse.

Bei Anfragen wenden Sie sich bitte an das Regionalteam Fortbildung
Telefon: 0211 475-4646
E-Mail: rtf@brd.nrw.de
oder direkt an die zuständige Fachberatung Nezihe Erdogdu
nezihe.erdogdu@brd.nrw.de
0211 475-4626

Zielgruppe und Voraussetzungen

alle interessierten Lehrkräfte

Kontakt

Fachberatung Fortbildung

Nezihe Erdogdu

E-Mail: nezihe.erdogdu@brd.nrw.de

Tel: 0211-475-4626

Sachbearbeitung

Daniel Göhrke

E-Mail: daniel.goehrke@brd.nrw.de

Tel: 0211-475-5416

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