Ich sehe was, was du nicht siehst - (Wie) Mit Schüler/innen ins Theater gehen? Theaterdidaktik zwischen Textlektüre und Aufführungsrezeption
Angebotsnummer (ANR):
106602
Direkter Link:
106602
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Gruppe:
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Grundinformationen
Schulform
Allgemeine Schulformen außer Grundschulen
Inhalt
Ziele der Veranstaltung
Meist ist der gemeinsame Theaterbesuch für einen Großteil der Lerngruppe der erste Besuch eines Schauspielhauses überhaupt – und: Er ist für die Kinder und Jugendlichen prägend, während Lehrkräfte in der Vorbereitung und Durchführung manchmal (ver)zweifeln, ob sich ihre Gruppen denn vor Ort überhaupt „benehmen“ und das Angebot wertschätzen können.Sich zusammen mit Schülerinnen und Schülern im Literaturkurs näher mit einer Theaterinszenierung und besonders dem „Theater“ als Institution zu befassen, ist nicht nur eine ehrbare Aufgabe i.S. kultureller Bildung und von „Öffnung von Schule“, sondern mit Blick auf das seit jeher wortreich beschworene Ziel der „kulturellen Bildung“ bzw. „Teilhabe am kulturellen Leben“ bittere Notwendigkeit. Diese Fortbildung dreht die Bühnenscheinwerfer um 180 Grad.
Wir richten den Blick auf das junge Publikum, ohne das Theater nicht denkbar ist: Denn das Spiel will wahrgenommen werden; es lebt von der Interaktion der Spielenden und Zuschauenden. Dabei greift es simultan auf komplexe, bisweilen auch überfordernde theatrale Zeichen zurück, die es mit Schülerinnen und Schülern (erstmalig) zu entdecken gilt.
Teil 1
Ausgehend von einer hilfsweisen Sichtung einiger Videomitschnitte einer professionellen Bonner Jugendtheaterproduktion nutzen wir an Tag 1 prospektiv das vielfältige Angebot abseits klassischer Inszenierungen, schüler/innenorientiert aufführungsanalytische Möglichkeiten auszuloten, wie derlei Besuche sinnstiftend im Literaturkurs vor- und nachbereitet (bei Bedarf: auch mit Blick auf schulrechtliche Fragen) durchgeführt werden könnten. Auf Grundlage der Video- und weiterführender Theorieimpulse identifizieren die Teilnehmenden in Schüler/innenperspektive mögliche theatrale Zeichen und konzipieren auf dieser Basis u.a. einen modellhaften Beobachtungsbogen zu Inszenierungsbeispielen für die Hand der Lernenden, der im besten Falle die Wahrnehmung einer Theateraufführung strukturieren und die Auseinandersetzung mit dem Thema kontextualisierend vertiefen kann.Teil 2
Im Verlauf des zweiten Fortbildungstages besuchen die Teilnehmenden, angeleitet durch das Moderationsteam, eine ca. 60-minütige professionelle Jugendtheaterinszenierung und kommen danach mit dem Ensemble und der Spielleitung zu einem Nachgespräch zusammen. Im Anschluss daran werden die am ersten Tag gemeinsam erstellten Begleitmaterialien für den unterrichtlichen Einsatz erprobt, reflektiert und für die unterrichtliche Nutzung überarbeitet.Leistungen der Moderatorinnen und Moderatoren
Die Teilnehmenden erhalten eine detaillierte Beschreibung aller Theorieimpulse und Übungen in einem Reader für die eigene unterrichtliche Arbeit und ihre individuelle Weiterprofessionalisierung.Die Karten für den gemeinsamen Vorstellungsbesuch (Unkostenbeitrag der Teilnehmenden: 6,- EUR) werden mit Anmeldung durch die Moderation reserviert.
Bezug zum RRSQ
- 2.2 Kompetenzorientierung
- 2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
- 2.5 Kognitive Aktivierung
- 2.8 Feedback und Beratung
Zielgruppe und Voraussetzungen
Angesprochen werden alle Lehrende im SII-Fach Literatur und interessierte Kolleginnen und Kollegen verwandter Fächer (v.a. Darstellen und Gestalten, Musik, Kunst, Deutsch, Sprachen); aber auch im AG-Bereich Theater, Musical, Theater-Projektkursen etc. Die Teilnahme an allen Terminen wird vorausgesetzt. Die Teilnehmenden zahlen bitte vor Ort einen Unkostenbeitrag von 6,- EUR für den Vorstellungsbesuch. Achtung: Ortswechsel! Tag 1 in der gastgebenden Schule, Tag 2 im Theater!