Empirischer Skeptizismus: Unterrichtliche Impulse zu David Humes Erkenntnistheorie (Sek.II)
Grundinformationen
Schulform
Allgemeine Schulformen Sek. II
Bereich / Teilbereich
Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Praktische Philosophie
Inhalt
Humes erkenntnistheoretische Überlegungen stellen eine wirkungsmächtige Position dar, die auch in der zeitgenössischen Debatte eine wichtige Rolle spielt. Zudem ist Humes Erkenntnistheorie ab 2023 Abiturthema in NRW (Kernstellen aus David Humes „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“).
Humes provokative Thesen erschüttern grundlegende Gewissheiten des Alltagsverstandes. So lässt seine Skepsis an der Gültigkeit der induktiven Methode sowie am Gedanken der Kausalität kaum ein Gemüt kalt.
Humes Skeptizismus erweist sich als erfrischende Lektüre, weshalb die Beschäftigung mit diesem Philosophen fruchtbare Diskussionsräume im Unterricht der Oberstufe eröffnet.
- In der Fortbildung erörtern wir Problemstellungen im Geiste Humes, wodurch auch grundlegende Fragen der allgemeinen Erkenntnistheorie berührt werden.
- Hierbei bietet Humes experimentelle Methode, die sich unterscheidet von der Herangehensweise aus dem philosophischen Lehnstuhl, Anlass zu kontroversen Diskussionen. Anders als die philosophische Tradition verlässt sich Hume als Empirist nicht auf abstrakte Denkgebäude, sondern berücksichtigt ausdrücklich die alltägliche, empirische Welt.
- Wir erkunden Humes Position anhand ausgewählter Textstellen und erarbeiten gemeinsam die Eckpfeiler seiner Erkenntnistheorie: Die Theorie der Perzeptionen, das Induktionsproblem, die Kausalitätsthematik sowie das Konzept eines moderaten Skeptizismus.
- Anschließend werden unterrichtliche Möglichkeiten aufgezeigt, wie Humes „experimentelle Methode“ im Unterricht umgesetzt werden kann. Hierzu reflektieren wir Humes empirischen Zugang didaktisch, indem die Rolle von Experimenten im Philosophieunterricht anhand exemplarischer Beispiele anschaulich wird. Sodann entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter Einsatz von Experimenten, eigene Ideen der unterrichtlichen Erarbeitung von Humes Thesen.
- In einem letzten Schritt wird Humes Erkenntnistheorie mit alternativen Positionen konfrontiert, um Vor- und Nachteile des Humeschen Modells aus konkurrierenden Perspektiven zu beleuchten.
- Die Fortbildung ist so konzipiert, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Materialstücke der Fortbildung weiterentwickeln, in ihrem Unterricht anwenden und ihre diesbezüglichen Erfahrungen im zweiten Teil reflektieren.
- Da Hume als philosophischer Klassiker nicht ohne genaue Textkenntnis erarbeitet werden kann, werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorab Kernstellen aus der „Untersuchung des menschlichen Verstandes“ zugesandt. Eine vorbereitende Lektüre dieser Textstellen wird empfohlen, um von der Teilnahme an der Fortbildung ideal zu profitieren.
Bezüge zum RRSQ
- 2.1 Ergebnis- und Standardorientierung
- 2.2 Kompetenzorientierung
- 2.5 Kognitive Aktivierung
Zielgruppe und Voraussetzungen
-