Inszenierungskonzepte jenseits der klassischen Guckkastenbühne: Auflösung fester Bühnengrenzen und Stationentheater
Grundinformationen
Schulform
Allgemeine Schulformen Sek. II
Inhalt
An den zwei Fortbildungstagen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei Inszenierungskonzeptionen kennen, die Theaterarbeit mit Jugendlichen abseits der klassischen Frontalbühne erlebbar machen, erproben und reflektieren diese auch im Hinblick auf unterrichtliche Gelingensbedingungen.
Teil 1
Im modernen Theater tauchen immer häufiger Präsentationsformen auf, bei denen die traditionelle Zuordnung von Publikum, Schauspielerinnen/Schauspielern und Bühne aufgeweicht wird oder gänzlich verschwindet. Dass eine solche experimentelle und innovative Präsentationsform auch im Schülertheater möglich ist, soll anhand des ersten Fortbildungstags aufgezeigt werden. Dazu soll zunächst eine theoretische Einführung erfolgen. Anschließend wird in einem zweiten praktischen Teil ein Verfahren erklärt, bei dem sich die Bühne „auflöst“, das dann gemeinsam weiterentwickelt und erprobt wird. Grundlage für diese Spielidee wird die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ sein. Reizvoll an diesem Verfahren ist neben dem Aufweichen von klassischen Theatergrenzen das hohe interpretatorische Potenzial, das der Entwicklung einer solchen Präsentationsform zugrunde liegt. Die Teilnehmenden erhalten im Rahmen des ersten Tages Kompetenzen, die für die Konzeption und Anleitung des Verfahrens nötig sind.Teil 2
Am zweiten Tag der Fortbildung widmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Stationentheater. Dieses kann für die theatrale Arbeit in der Schule eine reiz-, aber auch anspruchsvolle Präsentationsvariante sein, bei der der jeweils genutzte Bühnenraum den Prozess der Inszenierung initiiert und prägt. Der zweite Fortbildungstag will durch praktisches Erproben Möglichkeiten und Fallstricke bei einer Inszenierung auf mehreren Bühnen erkunden: Am Beispiel von Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ erproben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem theoretischen Impuls am Vormittag in Kleingruppen unter Anleitung jeweils Szenen, die am Nachmittag im Rahmen des Stationentheaters in einem Schulgebäude inszeniert, präsentiert und im Anschluss reflektiert werden.Dauer: zwei Ganztage
Die Teilnehmenden erhalten eine detaillierte Beschreibung aller Theorieimpulse und Übungen in einem Reader für ihre eigene unterrichtliche Arbeit.
Bezüge zum RRSQ
- 2.1 Ergebnis- und Standardorientierung
- 2.2 Kompetenzorientierung
- 2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
- 2.5 Kognitive Aktivierung
Zielgruppe und Voraussetzungen
Angesprochen werden alle Lehrende im SII-Fach Literatur und interessierte Kolleginnen und Kollegen verwandter Fächer (v.a. Darstellen & Gestalten, Musik, Kunst, Deutsch, Sprachen); aber auch im AG-Bereich Theater, Musical etc. Die Teilnahme an allen Terminen wird vorausgesetzt. Die Teilnehmenden werden gebeten, möglich dunkle/schwarze Oberbekleidung, keine Röcke/kurze Hosen bzw. nur Schuhe mit flachen Absätzen zu tragen. Eine grundlegende Kenntnis der Dramen „Woyzeck“ und „Der Besuch der alten Dame“ ist wünschenswert.