„Rollenentwicklung zwischen Ich, Fiktion und Realität zur Inszenierung – im Zusammenhang mit Formen biografischen und dokumentarischen Arbeitens“
Grundinformationen
Schulform
Allgemeine Schulformen Sek. I (mit GY), Förder- und Klinikschulen
Bereich / Teilbereich
Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Darstellen und Gestalten
Inhalt
Die Fortbildung erstreckt sich über zwei Veranstaltungen. In der ersten Veranstaltung werden die Grundlagen des biografischen Theaters und die Rollenentwicklung behandelt. Theater lebt immer von der Identifikation, vom Wiedererkennen des Eigenen und vom Erkennen des Fremden. Biografisches Theater setzt sich mit den vielfältigen Bezügen zwischen eigenem und fremden biografischen Material auseinander und fragt nach dem individuellen Bezug der Darsteller:innen. Ausgehend von diesem Ansatz kreieren die Teilnehmer:innen Charaktere, die auf persönlichen Erfahrungen und Gegenständen basieren.
Die zweite Veranstaltung befasst sich mit dokumentarischem Material. Hier werden Impulse für ein dokumentarisches Arbeiten mit Schüler:innen-Gruppen gesetzt, die aus verschiedenen Richtungen und Quellen kommen können. Dokumentarisches Theater sucht zwar mehrheitlich große Stoffe – ein historisches Ereignis, eine verdiente Persönlichkeit, einen gravierenden Umbruch oder einen erregenden Skandal – der Weg der theatralen Erarbeitung sollte aber zunächst nicht über die inhaltliche Recherche, sondern über die Interessen und das Wissen der Kinder „in ihrer eigenen Welt“ gehen. Ausgehend vom „Ich“ und den eigenen Erfahrungen sowie dokumentarischem Material wird eine Rolle entwickelt.
Es gibt kein Patentrezept für eine gelingende Arbeit mit biografischem/ dokumentarischem Material. Dazu sind Themen, Quellen, Spielgruppen und Arbeitsprozesse zu vielfältig. Die Fortbildung soll Arbeitsmethoden und Rahmenbedingungen vorstellen, die das Arbeiten an solchen Projekten begünstigen. Der Fokus dieses Beitrags liegt auf dem Beginn der Arbeit ausgehendend vom „Ich“.
Die Teilnehmenden erhalten Anregungen, um realistische, fiktive und relevante Inhalte auf die Bühne zu bringen. Dabei dient das biografische und dokumentarische Theater als wirkungsvolles Mittel, um authentische Erlebnisse zu teilen.
Zu erwerbende Kompetenzen in Teil 1
- Neutral- und Expressivhaltungen auf eine Gestaltungsabsicht bezogen adäquat einsetzten (KS)
- Sprachliche, dramaturgische Gestaltungsmittel unter Einbeziehung von Stimm-/ Sprachvariation in Bezug auf eine intendierte Wirkung realisieren und variieren (WS)
- Verschiedene Materialien unter Anwendung dramaturgischer und strukturierender Mittel zur Gestaltung einsetzen (BS)
Zu erwerbende Kompetenzen in Teil 2
- Selbständig entwickelte wortsprachliche Gestaltungselemente in Präsentationen miteinander kombiniert realisieren (WS)
- Ausgehend von inhaltlichen Impulsen eingegrenzte Textpassagen themenbezogen verfassen (WS)
Leistungen der Moderatorinnen und Moderatoren
Die Fortbildung bietet eine Auseinandersetzung mit dem biografischen und dokumentarischen Theater als kreatives Gestaltungsmittel. Über zwei Veranstaltungen hinweg erhalten die TeilnehmerInnen einen praxisorientierten Einblick, die theoretisches Wissen mit praktischen Übungen verbindet. Alle in der Fortbildung verwendeten Materialien werden in gedruckter (Reader) und digitaler Form zur Verfügung gestellt.
Bezug zum RRSQ
2.1. Ergebnis- und Standardorientierung
2.2 Kompetenzorientierung
2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
2.5 Kognitive Aktivierung
Es wird erwartet, dass die Teilnehmenden an allen Fortbildungsterminen mit Spiel- und Experimentierfreude teilnehmen. In der Zeit zwischen den Terminen werden die vorgestellten Unterrichtsmethoden erprobt und in der eigenen Unterrichtspraxis umgesetzt. Es sollten nach Möglichkeit digitale Endgeräte, wie Laptop oder Tablet zur Veranstaltung mitgebracht werden und die Handreichung für das Fach Darstellen und Gestalten in ausgedruckter oder digitaler Form vorliegen.
Bitte bringen Sie schwarze, bewegungsfreundliche Kleidung mit.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Lehrkräfte für Darstellen und Gestalten in der Sek. I, (auch MPT-Kolleg:innen).