Online lesen – Texte recherchieren und bewerten, Hypertexte erschließen
Grundinformationen
Schulform
Allgemeine Schulformen Sek. I (mit GY), Förder- und Klinikschulen
Bereich / Teilbereich
Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Deutsch
Inhalt
Der Kernlehrplan Deutsch für die Sekundarstufe I fordert im Inhaltsfeld Medien erstmalig Kompetenzen in Bezug auf Recherchestrategien und die Lesekompetenz bei Hypertexten. Die Veranstaltung versetzt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage, ihren Schülerinnen und Schülern diese geforderten Kompetenzen auf einfache und anschauliche Weise zu vermitteln.
Die Fortbildung widmet sich folgenden Fragen:
- Wie unterstütze ich meine Schülerinnen und Schüler bei der Recherche im Internet? Welche Suchmaschinen kann ich in welcher Weise einsetzen?
- Wie befähigte ich meine Schülerinnen und Schüler zu einem kompetenten Umgang mit Wikipedia? Wie bewerte ich die Qualität von Wikipedia-Artikeln?
- An welche Aspekte der Lesekompetenz kann ich anknüpfen, wenn ich meinen Schülerinnen und Schülern vermittle, Online-Texte zu erschließen?
- Mit welchen Fachmethoden und welchem technischen Know-how gelingt die nachhaltige Erschließung von Online-Texten?
Teil 1
Der erste Teil der Fortbildung, „Medienkompetenz – Texte recherchieren und bewerten“, gibt zunächst einen Überblick über die Mediennutzung und die Medienkompetenz Jugendlicher. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Modelle und Vorgaben zur Förderung der Medienkompetenz vorgestellt.Wikipedia gehört zu den zentralen Anlaufstellen Jugendlicher bei der Recherche im Internet, häufig ohne dass diese die Möglichkeiten der Enzyklopädie richtig verstehen und einsetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die konkreten Kompetenzerwartungen des neuen Kernlehrplans S I zum Recherchieren, Vergleichen und Beurteilen von Quellen am Beispiel der Arbeit mit Wikipedia erproben. Zudem prüfen sie Recherche-Tipps in einer Recherche-Schnitzeljagd. Beide Verfahren lassen sich im Deutschunterricht einsetzen, um die Medienkompetenz zu fördern.
Teil 2
Der zweite Teil der Fortbildung, „Lesekompetenz – Hypertexte erschließen“, widmet sich mit der Vermittlung einer erweiterten Lesekompetenz einem Kernanliegen des Deutschunterrichts. Er zeigt, wie der Leseprozess im Internet auf unterschiedlichen Ebenen mehrdimensional durchschritten werden kann:Auf fachmethodischer Ebene versetzt er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage, ihren Lerngruppen Lesestrategien bei Hypertexten zu vermitteln. Auf der technischen Ebene lernen sie außerdem ein funktionales Handwerkszeug für den Umgang mit Online-Texten kennen, das sich im Unterricht und bei der privaten Online-Lektüre nutzen lässt. Auf der Ebene der fachlich-inhaltlichen Problematisierung setzen sie sich am Beispiel des Jugendromans „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf mit einer zentralen literarischen Fragestellung auseinander, die sich über eine fundierte Internetrecherche bearbeiten lässt.
Dieser Fortbildungsteil stellt mit einer instruktiven Methode ein Lehrmodell vor, das sich auf andere Inhalte des Deutschunterrichts transferieren lässt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erproben, präsentieren und reflektieren anschließend die verschiedenen Ebenen der Texterschließung im Internet.
Die Fortbildung geht vorwiegend von Lerngruppen in der Mittelstufe aus. Die vorgestellten Methoden und Inhalte lassen sich aber auch in anderen Jahrgangsstufen sinnvoll nutzen.
Transferphase
Zwischen den beiden Fortbildungsteilen liegt eine Transferphase, in der die vermittelten Verfahren und Unterrichtsvorschläge in der Praxis erprobt und reflektiert werden sollen. Die zweite Veranstaltung greift die entsprechenden Unterrichts¬erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten zwei Reader mit Materialen, die sich direkt im Unterricht einsetzen lassen.Bezug zum RRSQ:
- 2.1 Ergebnis- und Standardorientierung
- 2.2 Kompetenzorientierung
- 2.5 Kognitive Aktivierung
- 2.8 Feedback und Beratung
- 2.10 Lernen und Lehren im digitalen Wandel
Zielgruppe und Voraussetzungen
Die Veranstaltung beruht wesentlich auf der Arbeit mit Online-Inhalten. Deshalb müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mobile, WLAN-fähige Geräte (Notebook, Tablet) mitbringen. Jeweils mindestens zwei Kolleginnen/Kollegen einer Schule sollen als Tandempartner an der Veranstaltung teilnehmen.