Alphabetisierung in den Erstförderklassen des Berufskollegs
Grundinformationen
Schulform
Berufskollegs
Bereich / Teilbereich
Fachbereichsübergreifende Fortbildungen / Sprachförderung
Inhalt
Viele junge Menschen ohne oder mit geringer schulischer Bildung besuchen das hiesige Bildungssystem. Damit besteht die Notwendigkeit diese lateinisch zu alphabetisieren, um ihnen eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und Bildungschancen zu eröffnen.
„Eine Person ist Analphabet, wenn sie nicht in der Lage ist, eine kurze einfache Aussage über ihr alltägliches Leben sowohl zu lesen als auch zu schreiben.“ Definition UNESCO 1978.
Aktuell befinden sich ca. 2400 junge Menschen ohne Lese- und Schreibkenntnisse im System BK - mit steigender Tendenz. Diese werden gemäß der Änderung des Runderlasses vom 17. März 2025 in die „Fit Für mehr“-Klassen aufgenommen.
Ziele
Die Fortbildungsmaßnahme richtet sich an alle Lehrkräfte berufsbildender Schulen, die Lernende in Internationalen Förderklassen (IFK) und Fit-Für-Mehr-Klassen (FFM) unterrichten. Sie zielt auf die Entwicklung von Lehrkräftekompetenzen zur Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen zur Alphabetisierung von gering oder nicht alphabetisierten Lernenden. Befristet Beschäftigte können an der Maßnahme teilnehmen.Kompetenzentwicklung bei Lehrkräften in der Gestaltung von Lehr-Lernprozessen zur Alphabetisierung von Lernenden in IFK- und FFM-Klassen:
- Die Lehrkräfte lernen die Grundlagen der Alphabetisierung kennen (Begriffe, Definitionen, Orientierungsrahmen) und eignen sich fachliche Kompetenzen in Bezug auf den Alphabetisierungsprozess bei jugendlichen Zweitsprachlernenden an. Sie lernen Methoden im Alphabetisierungsprozess kennen und können diese situations- und adressatengerecht anwenden.
- Die Teilnehmenden werden bezüglich der mathematischen Grundbildung und der Alphabetisierung sensibilisiert und können verschiedene Medien und Materialien effektiv im Unterricht einsetzen, um sowohl mathematische als auch sprachliche Kompetenzen zu fördern. Sie können den Unterricht so gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler individuell gefördert und gefordert werden.
Förderung von Kompetenzen von Lehrkräften im Umgang mit gering oder nicht alphabetisierten Lernenden:
- Die Lehrkräfte werden sensibilisiert für die Herausforderungen, die sich aufgrund der Vorgeschichte Geflüchteter ergeben können, und erweitern ihre Kenntnisse über die Lernbedürfnisse in der Zielgruppe. Sie können ihren Klassenraum adressatengerecht und lernförderlich einrichten, um den Alphabetisierungsprozess passgenau für die Lernenden zu optimieren.
Inhalt
Zentrale Aspekte der Maßnahme sind folgende Themenschwerpunkte:- Begriffe, Definitionen, Grundlagen und Bezugspunkte von Alphabetisierung
- Methoden der Alphabetisierung
- Unterstützendes Classroom-Management im Alphabetisierungsprozess
- Individuelle Förderung: Diagnostik, Differenzierung und Individualisierung bei der Alphabetisierung
- Sensibilisierung für die Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler
- Mathematische Grundbildung im Alphabetisierungsprozess
Bezüge
Bezug zur Künstlichen Intelligenz:- Mithilfe von KI werden Arbeitsblätter und Unterrichtssequenzen erstellt. Dabei werden zielführende Prompts vorgestellt.
Folgende Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität NRW werden berücksichtigt:
- Dimension 1.4: Langfristige Wirkungen
- Kriterium 1.4.3: Die Schule schafft Voraussetzungen dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sich in ihrer weiteren Biographie am politischen und gesellschaftlichen Leben beteiligen können und Lebens- und Berufsperspektiven für sich selbst erkennen und nutzen.
- Dimension 2.4: Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
- Kriterium 2.4.1: Das Lehren und Lernen wird schülerorientiert und heterogenitätssensibel gestaltet.
Organisatorischer Rahmen
Die schulexterne Fortbildungsmaßnahme umfasst 18 Zeitstunden in Präsenz. Sie gliedert sich in eine Auftaktveranstaltung (im Umfang von zwei Stunden) und zwei ganztägige Fortbildungstage (im Umfang von jeweils acht Stunden).Die Fortbildungsmaßnahme kann auch schulintern angefragt werden.
Spezielle Hinweise
Zur Mitarbeit wird ein digitales Endgerät, z. B. Tablet oder Laptop, benötigt.Allgemeine Hinweise
Sofern mehr Anmeldungen vorliegen, als Plätze vorhanden sind, erfolgt die Teilnehmendenauswahl nach einem mit den Personalräten vereinbarten Auswahlverfahren. Personen mit Schwerbehinderung werden bei der Anmeldung bevorzugt berücksichtigt. In der Regel sind unsere Veranstaltungen barrierefrei. Bitte geben Sie dennoch bei der Anmeldung Ihren spezifischen Unterstützungsbedarf an, damit Ihre Teilhabe bestmöglich gesichert werden kann.Die Reisekosten der Teilnehmenden werden aus dem Fortbildungsbudget der Schule erstattet.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Die Fortbildungsmaßnahme richtet sich an alle Lehrkräfte berufsbildender Schulen, die Lernende in Internationalen Förderklassen (IFK) und Fit-Für-Mehr-Klassen (FFM) unterrichten. Befristet Beschäftigte können an der Maßnahme teilnehmen.