Qualifikationserweiterung für Lehrkräfte, die ein Amt als Schulleiterin oder Schulleiter anstreben (SLQ)
Grundinformationen
Schulform
Alle Schulformen (Allgemeine und BK)
Bereich / Teilbereich
Leitungsqualifizierungen und -fortbildungen / Schulleitung
Inhalt
Hinweise zur SLQ
Organisation
Anmeldungen zur SLQ sind jeweils im Frühjahr (März/April) und Herbst (September/Oktober) möglich.
Die Online-Anmeldung erfolgt ausschließlich über das Internet-Formular. Melden Sie sich bitte für einen Kurs an und tragen Sie unbedingt in die Zusatzfelder ein, welche anderen Terminoptionen für Sie möglich sind.
Das Land fördert die berufliche Entwicklung von Frauen insbesondere auch in Leitungsfunktionen. Anmeldungen von Frauen werden daher besonders begrüßt.
Die Anmeldung schwerbehinderter Lehrkräfte und diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX ist erwünscht.
Bewerbungen von Lehrkräften mit Zuwanderungsgeschichte sind ausdrücklich erwünscht.
Die Teilnahme an der Qualifizierungsmaßnahme wird mit 1 Stunde auf die Unterrichtsverpflichtung angerechnet.
Grundlage
Grundlage ist der RdErl. des Ministeriums für Schule und Weiterbildung 412-6.07.01-50216 vom 25.11.2008. Die Qualifikationserweiterung ist nach Maßgabe des Erlasses Voraussetzung für die Teilnahme am Eignungsfeststellungsverfahren (EFV). Nach Abschluss der Qualifizierung wird eine Anmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum EFV zeitnah erwartet.
Konzept
Die Qualifikationserweiterung ist sequenziell aufgebaut und umfasst insgesamt 104 Stunden, die in Einzelveranstaltungen durchgeführt werden. Diese finden auch in der unterrichtsfreien Zeit statt. Sie beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Bausteine und selbstreflektorische Trainingseinheiten, insbesondere:
Kognitive Er- und Verarbeitung von Inhalten
z.B. Informationseingaben, Problemerörterungen, gezielte Lektüre des Fortbildungsmaterials,
Handlungssituationen
z.B. Arbeit an konkreten Problemstellungen der Schule mit und an Fällen und Problemen aus der Alltagspraxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bzw. mit entsprechenden Lernsituationen,
Handlungstraining / Simulation
z.B. Übungen, Demonstrationen, Gesprächstraining, Plan- und Rollenspiele, Simulationen von praxisrelevanten Verfahren und Handlungsformen im Sinne einer kontinuierlichen und individuellen Kompetenzentwicklung,
Reflexion
z.B. Reflexion der Alltagspraxis im Hinblick auf die Klärung der Leitungsrolle und Reflexion des eigenen Handelns und dessen Wirksamkeit, der eigenen Wertbezüge, Vorlieben, Stärken, Ängste und Handlungsstereotypen,
Lernen in der Gruppe/ Lernen in Triaden
z.B. Austausch von Sichtweisen und Erfahrungen, kooperatives Arbeiten, Präsentation von Arbeitsergebnissen, Feedbackgeben, Feedbacknehmen.
Ziel ist es, ein kompetenzorientiertes Lernen in Handlungssituationen zu ermöglichen unter Einbeziehung zentraler didaktischer Prinzipien der Erwachsenenbildung und von Erwachsenenlernen.
Zur Vor- und Nachbereitung sind die individuelle Erarbeitung von Fachliteratur und die Auseinandersetzung mit Materialien erforderlich. Es werden auch Transfermöglichkeiten angeboten, die die Erprobung von Handlungs- und Erfahrungswissen in der eigenen Schule umfassen können. Die Fähigkeit und Bereitschaft, sich auch außerhalb zeitlich gebundener Lernzeiten mit entsprechenden Fortbildungsunter-lagen eigenständig auseinanderzusetzen, wird vorausgesetzt.
Ziele
Ziel ist die Qualifizierung zu den in § 61 Abs. 6 Sätze 2 - 3 SchulG (BASS 1-1) auf-geführten Kenntnissen und Fähigkeiten, und zwar
Entwicklung von Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation und Kooperation in der Schule, mit schulischen Gremien sowie mit der Schulaufsicht, dem Schulträger und externen Partnern der Schule.
Entwicklung von Kompetenzen für das Personalmanagement an der Schule unter Einbeziehung von Gender-Aspekten, der Belange von Schwerbehinderten und gesundheitsfördernder Aspekte.
Entwicklung von Kompetenzen für die Qualitätsentwicklung der Schule und des Unterrichts, der Erziehungsarbeit der Schule und zum Aufbau einer Evaluationskultur in der Schule.
Entwicklung von Basiskompetenzen für die Bearbeitung von rechtlich relevanten Problemstellungen im Schulalltag sowie Entwicklung der Fähigkeit zur Nutzung von Hilfs- und Unterstützungsangeboten.
Inhaltliche Schwerpunkte
Schulinterne und -externe Kommunikation und Kooperation
- Information, Erwartungsklärung, Lernverständnis
- Rolle, Haltung, Führung
- Gespräche mit Stakeholdern (Konflikt, Kritik, Beratung)
- Neueinstellung organisationsbezogen planen / gestalten
- Unterricht beobachten und beurteilen
- Change-Management
- Unterrichtsentwicklung – „Individualisierung von Unterricht“
- Konferenzen gestalten und leiten – Die Lehrerkonferenz
- Teamentwicklung im Schulleitungsteam und in der Organisation
Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität:
5. Führung und Management
Bei Anfragen wenden Sie sich bitte an die zuständige Fachberatung Nicole Zanders
nicole.zanders@brd.nrw.de
0211 475-4157
Zielgruppe und Voraussetzungen
An der Qualifizierung können im Schuldienst des Landes oder im Ersatzschuldienst stehende Lehrkräfte mit der Befähigung für ein Lehramt gemäß § 61 Absatz 5 Satz 1 SchulG teilnehmen, wenn die Probezeit beendet ist. Fallgruppen A: Mitglieder der Schulleitung (§ 60 Abs. 1 Satz 1 - 2 SchulG), Seminarleiterinnen und Seminarleiter, B: Mitglieder der erweiterten Schulleitung (§ 60 Abs. 1 Satz 3 SchulG), Fachleiterinnen und Fachleiter zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben bzw. Lehrkräfte (Diese Vorschrift gilt nicht für Lehrkräfte an Realschulen.), die im Auftrag der Schulleiterin oder des Schulleiters besondere Koordinierungsaufgaben im Sinne des § 33 ADO wahrnehmen, C: Fachleiterinnen und Fachleiter am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Lehrkräfte, die länger als zwei Jahre mit mindestens der Hälfte der Arbeitszeit an eine Schulaufsichtsbehörde abgeordnet sind sowie Lehrkräfte, die ihre Verwendungsbreite durch eine Tätigkeit in einer anderen Schule oder in der Schulaufsicht nachgewiesen oder bereits an anderen auf Führung und Management ausgerichteten Qualifizierungen teilgenommen haben, D: weitere Lehrkräfte.