Mentoring zur Förderung des Schulleitungsnachwuchses

Angebotsnummer (ANR): 101008

Grundinformationen

Schulform

Alle Schulformen (Allgemeine und BK)

Bereich / Teilbereich

Leitungsqualifizierungen und -fortbildungen / Vorbereitungsseminare

Inhalt

Mentoring als Personalentwicklungsinstrument für Führungskräftenachwuchs

Im Mentoring unterstützt eine erfahrene Schulleiterin (Mentorin) oder ein erfahrener Schulleiter (Mentor) eine Nachwuchskraft mit Führungspotenzial (Mentee), indem diese in einer hierarchieunabhängigen Tandembeziehung direkte Einblicke in professionelles praktisches Führungshandeln erhält.

In einer individuellen Arbeitsbeziehung geht es für Mentees vor allem um die Klärung der Motive, der persönlichen Ressourcen, der berufsbezogenen Anforderungen und damit um eine Selbstvergewisserung auf dem Weg zur Schulleitung - auch unter Aspekten der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Wesentliches Element des Angebots ist die an Praxiserfahrungen ausgerichtete persönliche Beratungsbeziehung als Unterstützung und persönliche Selbstvergewisserung auf dem Weg zur Schulleitung. Das Angebot hat die Zielsetzung, Führungskräfte zu gewinnen und unter Gleichstellungsperspektive Unterrepräsentanzen von Frauen in Leitungsämtern abzubauen.

Ziele des Mentorings

Mentoring bietet im Rahmen der Personalentwicklung Lehrerinnen und Lehrern ein praxisnahes, zeitlich flexibles Fortbildungsangebot der Führungskräfteentwicklung mit den Zielen:

  • Gewinnung von Schulleitungsnachwuchskräften
  • Unmittelbare Einblicke in professionelles Führungshandeln
  • Stärkung von Entscheidungs- und Reflexionsprozessen, auch unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege
    o realistische Sicht auf die Führungsaufgabe
    o das Selbstmanagement optimieren
    o Auseinandersetzung mit den persönlichen Ressourcen
    o eigene Stärken erkennen
    o sich auf einen Karriereschritt vorbereiten
  • Selbstvergewisserung für künftige Leitungsaufgaben
  • Motivation zur Bewerbung auf ein Leitungsamt
  • Abbau von Unterrepräsentanzen von Frauen in der Leitung
  • Erweiterung des Netzwerks

Persönliche Voraussetzungen

Mentoring richtet sich an Lehrkräfte, die

  • sich vorstellen können, Schulleiterin oder Schulleiter zu werden,
  • bereit sind, in der Rolle einer/eines Mentee zu lernen und
  • entschieden haben, die weitere berufliche Entwicklung aktiv in die Hand zu nehmen.

Erwünscht ist insbesondere die Teilnahme von Lehrkräften

  • mit familiären Betreuungspflichten,
  • die an einem Punkt der Neuorientierung ihrer Karriereplanung stehen,
  • mit Migrationshintergrund.

Anhand der Checkliste zur Selbstprüfung sollten interessiere Lehrkräfte abwägen, ob sie die Anforderungen für die Teilnahme erfüllen und ob Mentoring eine Entscheidungshilfe für sie darstellt.

Schwerpunkte

Der Kern des Mentoring-Programms liegt in der persönlichen Beziehung zwischen der Nachwuchskraft und der erfahrenen Schulleitung in individuell vereinbarten Treffen.

Der Mentor/die Mentorin gibt Rat auf Grund seiner/ihrer fundierten Erfahrungen, hilft und unterstützt im Bereich der kommunikativen und sozialen Kompetenzen, kann ggf. Netzwerke anbieten und vor allem Feedback geben. Die Mentees sind für ihre berufliche Entwicklung selbst verantwortlich. Sie benennen Zielvorstellungen, Themenvorschläge und können Informationen einholen, Verhaltensübungen in bestimmten Situationen ausprobieren oder der Schulleitung „über die Schulter schauen“ (Shadowing).

Das sogenannte Matching, d.h. das Zusammenführen von Mentee und Mentorin oder Mentor, ist dabei von zentraler Bedeutung und wird durch ein Interview vorbereitet.

Wesentliche Elemente des Arnsberger Mentorings sind die offiziellen Auftakt- und Abschlussveranstaltungen sowie eine Zwischenbilanz. Darüber hinaus bietet dieses Programm ein Vorbereitungs- und zwei Begleitseminare an, wie die „Überwindung von Ambivalenzen“ z.B. in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Ein schulforminternes Behördenshadowing komplettiert das Angebot.

Umfang der Maßnahme

Die Bewerberinnen oder Bewerber
  • werden zu einem Bewerbungsinterview eingeladen, um eine geeignete Mentorin oder einen geeigneten Mentor zu finden (Matching),
  • vereinbaren 6-8 Treffen in der Regel an der Schule der Mentorinnen oder Mentoren und zumeist außerhalb der Unterrichtszeit der Mentees,
  • nehmen an Rahmen- und Fortbildungsveranstaltungen teil (siehe Terminübersicht).

Auswahlkriterien bei Bewerbungsüberhang

Gehen für eine Schulform mehr Anträge ein als Teilnahmeplätze eingerichtet werden können oder entsprechende Mentor/innen zur Verfügung stehen, wird eine Auswahl in dieser Reihenfolge getroffen:

a. Bevorzugung weiblicher Lehrkräfte gem. § 11 Abs. 1 LGG
b. Nähe zum Amt
c. leitungsnahe Funktion/Koordinierungsaufgaben (schulformabhängig)
d. Bevorzugung bei abgeschlossener Teilnahme an SLQ

Mit den Personalräten ist vereinbart, dass die abschließende Auswahl nicht durch die Schulaufsicht, sondern in einem Interview durch eine externe Expertin stattfindet. Wenn eine entsprechende Mentorin oder ein entsprechender Mentor zur Verfügung steht, werden im Matching die Tandems für die Arbeitsbeziehung im einjährigen Mentoring-Durchgang
gebildet.

Des Weiteren weisen wir auf die allgemeinen Rahmenbedingungen für die Durchführung von Lehrerfortbildungen im Regierungsbezirk Arnsberg hin, die unter unseren FAQ einsehbar sind.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Mentoring richtet sich an Lehrkräfte, die sich grundsätzlich für eine Leitungsaufgabe entschieden haben, sich aber noch intensiver Klarheit über ihre Fähigkeiten und Potenziale verschaffen möchten und deshalb stärkende Impulse für eine Entscheidung suchen. Laufbahnvoraussetzungen für Leitungsamt gem. § 34 LVO: - Abgeschlossene Teilnahme an der vorbereitenden Qualifizierung auf die Übernahme eines Amtes als Schulleiterin / Schulleiter (SLQ) oder der Orientierungsfortbildung oder einer vergleichbaren Maßnahme - Herausgehobene Aufgaben mit Führungsanforderung - Mindestens erstes Beförderungsamt (Schulform S II) Ausdrücklich sind auch Lehrkräfte mit familiären Betreuungspflichten angesprochen, da Mentoring überwiegend in zeitlicher Flexibilität durchgeführt werden kann. Die Anmeldung schwerbehinderter Menschen und diesen Gleichgestellten im Sinne des § 2 SGB IX ist erwünscht. Bewerbungen von Lehrkräften mit Zuwanderungsgeschichte sind ausdrücklich erwünscht.

Kontakt

Fachberatung Fortbildung

Bettina Kuhlgert

E-Mail: bettina.kuhlgert@bra.nrw.de

Tel: 02931/82-3469

Sachbearbeitung

Petra Stein

E-Mail: petra.stein@bra.nrw.de

Tel: 02931/82-3225

Anmeldung

Derzeit sind keine Anmeldungen als schulexterne Lehrkräftefortbildung möglich. Neue Termine werden ausschließlich online veröffentlicht.