Schulinterne Fortbildung (Schilf): Fachbereichsbezogene politische Bildung am BK - Demokratie braucht guten Unterricht in allen Fächern
Angebotsnummer (ANR):
105778
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Grundinformationen
Schulform
Berufskollegs
Bereich / Teilbereich
Fachbereichsübergreifende Fortbildungen / Unterrichtsentwicklung am Berufskolleg
Inhalt
Präambel
Täglich kommt es z.B. durch das Tragen von Kleidung mit politischen Statements im schulischen Kontext zu entsprechenden Konfrontationen. Viele Jugendliche befinden sich in der heutigen Zeit im „Dauer-Krisenmodus“. Dadurch besteht ein hoher Bedarf an lebensweltlich orientierter politischer Bildung. Auch im Unterricht werden Lehrkräfte mit antidemokratischen Äußerungen konfrontiert und eine Sensibilisierung für das Politische wird dadurch unabdingbar. Diese Fortbildung dockt an die Ausbildungsgänge in der beruflichen Bildung an:„Das Berufliche ist politisch“.
Diese Thematisierung wird als eine Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer und Lernfelder verstanden. Der Blick der Lehrkräfte soll im Umgang mit herausfordernden Situationen geschult werden. Eine professionelle Reflexivität und Handlungsmöglichkeiten werden in dieser Fortbildung gemeinsam erarbeitet.
Das Ziel ist eine Förderung der demokratisch-partizipativen Selbstermächtigung der Schülerinnen und Schüler.
Erlass: https://bass.schul-welt.de/19948.htm
Inhalt
Unsere Fortbildung für Lehrkräfte aller Fachrichtungen umfasst die Dauer von zwei Tagen: Am ersten Tag kann neben dem obligatorischen Basismodul zwischen zwei Modulen gewählt werden. Für den zweiten Tag ist eine ganz- oder halbtätige Follow-Up-Veranstaltung mit individuellen Schwerpunkten geplant.- Basismodul: „Machtkritik und pädagogische Reflexivität“
Zum einen geht es darum, politische Anknüpfungspunkte im eigenen Unterricht zu identifizieren sowie die Wechselwirkungen zwischen berufsbezogenen Inhalten und politischen Fragestellungen ausfindig zu machen. Zum anderen sollen die Lehrkräfte auf gesellschaftspolitische Konflikte vorbereitet werden, um angemessen auf diese herausfordernden Situationen im Unterricht reagieren zu können. - Wahlmodul 1: „Krisen unserer Zeit und Kontroversität“
Die Teilnehmer:innen untersuchen die Bildungspläne fachspezifisch durch die ‚politischen Brille‘ und identifizieren die entsprechenden Dimensionen ihres eigenen Unterrichtes; von Interessenskonflikten zwischen Arbeitnehmerinnen und -nehmer und Arbeitgeberinnen und –nehmer, über Fachkräftemangel, Klimakrise, Kriege und andere Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, bis hin zu der Frage, wie ein diskriminierungsfreies Zusammenleben in Schule, Beruf und Gesellschaft gelingen kann. - Wahlmodul 2: „Ermutigung und Veränderung“
Der Ausgangspunkt ist die Reflexion von Macht- und Ohnmachtserfahrungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Teilnehmenden selbst. Letztere erarbeiten im Anschluss gemeinsam mögliche Lösungswege für Situationen im Unterricht, die Schülerinnen und Schüler ermutigen sollen, ihre Handlungsspielräume zu erkennen und für Veränderungen zu nutzen.
Da Meinungsbildungsprozesse bei Schülerinnen und Schülern weitestgehend in den Sozialen Medien stattfinden, werden mediale Diskurse und deren Instrumentalisierung (Fake News) sowie die Emotionalisierung (Hate Speech) übergreifend thematisiert.
Ziele der Fortbildung
In der SchiLf bearbeiten die Bildungsgangteams die Frage, wie aktuelle gesellschaftspolitische Kontroversen pädagogisch sinnvoll im Unterrichtsalltag aufbereitet und behandelt werden können.- Besprechung von Fallbeispielen. Ausschärfen von Haltungen
- Beispiele für geeignete Lernsituationen
- Entwicklung entsprechender pädagogische Maßnahmen zur Einbindung in den Unterricht, bzw. in die didaktischen Jahresplanungen
- Rollenspiele z.B. zum konkreten Umgang mit politischen Provokationen
- Strategien zur Umsetzung im Schulalltag
- Unterstützung der Zusammenarbeit im Bildungsgang
Ablauf
Die Fortbildung besteht aus zwei Fortbildungstagen:- Tag 1: Basismodul (ganztägig) und eines der beiden Wahlmodule (siehe oben)
- Tag 2: Follow-up-Modul (ganz- oder halbtägig): z. B. Good-Practice-Beispiele, Multiplikation der Ergebnisse, Verankerung in der DJP
- Im Vorgespräch werden inhaltliche Schwerpunkte mit Erwartungen der Schule bzw. des Bildungsgangs abgestimmt.
Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität:
3.1.1 Der Umgang und die Auseinandersetzung mit Werten und Normen regen zur Wertereflexion und zur Auseinandersetzung mit demokratischen, ethischen und sozialen Aspekten an.3.3.1 Die Schule verfügt über eine demokratische Gestaltungs-, Diskussions- und Streitkultur.
Hinweis
Diese Fortbildung ist kein Angebot im Rahmen von Politikdidaktik, daher können keine Zertifikate o. ä. erworben werden.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Interessierte Lehrkräfte am Berufskolleg aller Bildungsgänge