Differenzierung am Berufskolleg: Unterricht differenziert planen und digitial unterstützen
Grundinformationen
Schulform
Berufskollegs
Bereich / Teilbereich
Weitere Angebote der Lehrkräftefortbildung / Sonstige Angebote
Inhalt
Anspruchsniveaus gestalten, Lernprozesse fördern und Bildungsgänge weiterentwickeln
Die Förderung beruflicher Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg setzt eine Unterrichtsgestaltung voraus, die den unterschiedlichen Voraussetzungen, Lernwegen und Anspruchsniveaus gerecht wird. Differenzierung ist daher ein zentrales Qualitätsmerkmal guten Unterrichts. Sie ermöglicht Teilhabe, Leistungsgerechtigkeit und individuelle Förderung – im Sinne des Referenzrahmens Schulqualität NRW (QB 2, insbesondere 2.2, 2.6 und 2.7).
Die systematische Berücksichtigung von Differenzierung erfordert fachliche und didaktische Unterstützung durch die Lehrkräfte. Ziel ist es, Methoden, Strukturen und Konzepte zu entwickeln, die sowohl im Unterricht einzelner Fächer als auch in der Bildungsgangarbeit nachhaltig verankert werden können.
Ziele der Fortbildung
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
- erhalten fachlichen Input zu grundlegenden Prinzipien und Methoden der inneren und äußeren Differenzierung, eventuell auch im Kontext von Inklusion und Nachteilsausgleich.
- entwickeln und erproben differenzierende Lernarrangements auf verschiedenen Anspruchsniveaus. Digitale Medien werden gezielt zur Unterstützung genutzt.
- reflektieren die Voraussetzungen erfolgreicher Differenzierung
- planen Unterrichtsorganisation und didaktische Jahresplanung mit Blick auf Differenzierung.
- erarbeiten Formen des selbstgesteuerten Lernens und Möglichkeiten der Dokumentation.
- vereinbaren gemeinsame Strategien für ein Bildungsgangkonzept „Differenzierung“.
Angestrebte Kompetenzen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
- unterscheiden zentrale Formen der Differenzierung (nach Inhalt, Methode, Anspruchsniveau, Lernzeit, Material).
- Gestalten digital unterstützt differenzierte Lernsituationen und Aufgabenstellungen.
- setzen Methoden zur Förderung selbstgesteuerten Lernens gezielt ein.
- integrieren differenzierende Maßnahmen verbindlich in die didaktische Jahresplanung.
- entwickeln fach- und bildungsgangspezifische Vereinbarungen, die langfristig im Kollegium getragen werden können.
- erkennen, dass individuelle Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler im Zentrum der Planung und Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse stehen.
Mögliche Bausteine / Schwerpunkte der Fortbildung
- Theorie der Differenzierung – Sensibilisierung, Begriffsklärung, Inklusion und Nachteilsausgleich
- Methoden zur Differenzierung – Lerntheke, Stationenlernen, kooperative Lernformen, digitale Medien, differenzierte Aufgabenstellungen, Reflexion des Lernprozesses
- Niveau- und Aufgabendifferenzierung – Entwicklung und Gestaltung von Lernarrangements auf verschiedenen Kompetenzstufen gegebenenfalls mit digitaler Unterstützung
- Unterrichtsorganisation und Jahresplanung – Dokumentation differenzierter Arrangements (z. B. didaktischer Wizard)
- Selbstgesteuertes Lernen – Organisationsformen, Förderung von Eigenverantwortung der Lernenden
Umfang
Die Fortbildung umfasst zwei ganztägige Veranstaltungen mit jeweils 8 Fortbildungsstunden. Sie beinhaltet gemeinsame Planung, praktische Umsetzung an eigenen Materialien sowie nachfolgende Reflexion.
In einem obligatorischen Vorgespräch werden je nach Bildungsgang und Ausgangssituation spezifische Absprachen für die Fortbildung getroffen.
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Mitzubringen sind
- Digitale Endgeräte (möglichst mit Internetzugang)
- Eigene Lernsituationen, Unterrichtsmaterialien und Aufgabenstellungen (ggf. mit Schülerbeispielen), die zwischen den Fortbildungstagen erprobt und weiterentwickelt werden können.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Die Fachkolleginnen und -kollegen eines (Teilzeit- oder Vollzeit-)Bildungsgangs sowie deren Bildungsgangkoordinatorinnen und -koordinatoren.