Ankommen in der Sek I – Schüler*innen zum Schreiben motivieren: Schreibflüssigkeitstraining - Schreibstrategien - lernförderliches Feedback

Pilotierung
Angebotsnummer (ANR): 109167

Grundinformationen

Schulform

Allgemeine Schulformen Sek. I (mit GY), Förder- und Klinikschulen

Bereich / Teilbereich

Standard - und kompetenzor. UE in den Fächern / Deutsch

Inhalt

Schreiben ist eine Schlüsselqualifikation für Bildungserfolg und chancengleiche Teilhabe. Das Schreiben von Texten ist ein komplexer Vorgang, viele kognitive und motorische Prozesse laufen gleichzeitig ab.
Wer sicher schreiben kann, kann Gedanken klar ausdrücken, Informationen strukturieren und sich differenziert mitteilen – Fähigkeiten, die in allen Fächern gebraucht werden.

In Klasse 5 und 6 befinden sich die Schülerinnen und Schüler in einer wichtigen Übergangsphase. Sie müssen lernen, eigene Gedanken zu entwickeln, komplexere Texte zu verfassen, und sich an neue Textsorten heranzuwagen. Eine gezielte Förderung hilft, Überforderungen zu vermeiden und Selbstvertrauen aufzubauen.
Wie kann es Lehrkräften besser gelingen, den Übergang auf die weiterführende Schule innerhalb einer heterogenen Klasse im Hinblick auf diese zentralen Kompetenzen zu gestalten?

Die einzelnen Fortbildungsbausteine greifen dieses Spektrum auf:

1. Förderung der basalen Schreibfertigkeiten (3 Stunden, i.d.R. 9-12h)
Welche Basisfertigkeiten des Schreibens müssen sicher beherrscht werden, um zu kompetenten Schreibern zu werden? Ausgehend von Schreibkompetenzmodellen und den Phasen der Schreibentwicklung werden die Fördermöglichkeiten der basalen/hierarchieniedrigen Schreibfertigkeiten in den Bereichen Schreibflüssigkeit, Rechtschreibkompetenz und flüssiges Formulieren aufgezeigt.

2. Vermittlung von Schreibstrategien (3 Stunden, i.d.R. 13-16h)
Ein weiteres zentrales Prinzip der Schreibförderung ist die Vermittlung von Schreibstrategien als Werkzeuge für den Schreibprozess. Kompetente Schreiber müssen über geeignete Schreibstrategien verfügen und auch wissen, wann sie diese sinnvoll einsetzen können. Im Rahmen eines Workshops werden für die Eingangsstufe geeignete, kognitiv aktivierende Methoden und Lernaufgaben vorgestellt und erprobt, die, anknüpfend an individuelle Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler, diese dazu anregen, Schreibstrategien bewusst einzusetzen und eigenständig mit Blick auf die Lernziele weiterzuentwickeln.

3. Lernförderliche Schreibumgebung schaffen (3 Stunden, i.d.R. 13-16h)
Auch eine lernförderliche, kognitiv aktivierende Schreibumgebung, die Selbständigkeit und eigenständiges, reflektierendes Denken der Schülerinnen und Schüler nachhaltig fördert, ist für die Schreibentwicklung von Bedeutung. Kooperative Lernformen sollten fester Bestandteil des Schulalltags sein. Auch Schreibprozesse erfahren einen Mehrwert, wenn sich die Klasse als literale Gemeinschaft versteht. Wie das in der Praxis gestaltet werden und wie gleichzeitig die Schreibmotivation durch sinnvolle Schreibanlässe, die aktiv bewältigt und reflektiert werden, erhöht werden kann, ist Bestandteil des letzten Bausteins.

Schreiben vollzieht sich längst nicht mehr nur im analogen Raum, sondern ist zunehmend geprägt von multimedialen Tendenzen. Wie digitale Medien sinnvoll in Lernprozesse eingebunden und mit konkreten Lernzielen verzahnt werden können, wird daher ebenfalls thematisiert.

Ebenso werden Möglichkeiten der Differenzierung in heterogenen Lerngruppen sowie der Umgang mit Mehrsprachigkeit in den Blick genommen.

Abschließend werden Formen der Leistungsüberprüfung einschließlich sinnvoller Bewertungskriterien thematisiert. Neben klassischen Leitungsüberprüfungen werden alternative Formen der Leistungsbewertung vorgestellt, die individuelle Lernprozesse stärker berücksichtigen.

Bezug zum RRSQ:

  • 1.1 Fachliche und überfachliche Kompetenzen
  • 2.2 Kompetenzorientierung
  • 2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
  • 2.5 Kognitive Aktivierung
  • 2.7 Lernerfolgsüberprüfung und Leistungsbewertung

Ziele der Fortbildung

Die Teilnehmenden erweitern ihre fachlichen, didaktischen und diagnostischen Kompetenzen, um die Schreibentwicklung von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I systematisch zu fördern. Sie reflektieren ihre eigene Unterrichtspraxis und entwickeln Strategien zur nachhaltigen Verbesserung der Schreibkompetenz im Deutschunterricht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Inhaltsfeld 1 (schriftlicher Sprachgebrauch) sowie dem Inhaltsfeld 2 (schriftliche Textformen).
Die Teilnehmenden…
Modul 1:
• erkennen Schreibkompetenzen als Schlüsselqualifikation.
• kennen die Phasen der Schreibentwicklung und orientierungsstiftende Modelle des Schreibprozesses.
• kennen Verfahren, um grundlegende Schreibfertigkeiten zu diagnostizieren.
• können Fördermaßnahmen zur Verbesserung von Rechtschreibung, Grammatik und Satzbau planen und durchführen.
Modul 2:
• analysieren Merkmale guter Schreibaufgaben anhand exemplarischer Beispiele.
• verfügen über ein Repertoire an geeigneten Schreibstrategien, das den Prozess des Planens, Schreibens und Überarbeitens von Texten unterstützt.
Modul 3:
• erkennen die Bedeutung einer lernförderlichen Schreibumgebung für die Schreibentwicklung.
• gestalten motivierende Schreibanlässe.
• reflektieren die Wirkung kooperativer Lernformen auf Motivation und Ausdrucksfähigkeit beim Schreiben.
• können die erlernten Inhalte der Fortbildung mit den Vorgaben der Kernlehrpläne vergleichen und in ihre Lernpläne integrieren.
• entwickeln geeignete Schreibförderkonzepte für Ihre Lerngruppen und integrieren diese in ihre Unterrichtsplanung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Lehrkräfte für das Fach Deutsch Sek I. Diese Fortbildung richtet sich vor allem an Kolleginnen und Kollegen, die in Klasse 5/6 unterrichten bzw. demnächst unterrichten werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Inhaltsfeldern 1 Sprache (Förderung Schriftsprachgebrauch) und Inhaltsfeld 2 Texte (Förderung schriftliche Textformen).

Kontakt

Fachberatung Fortbildung

Maike Masurat

E-Mail: maike.masurat@brk.nrw.de

Tel: +49 221 147-2920

Sachbearbeitung

Theresa Heinicke

E-Mail: theresa.heinicke@brk.nrw.de

Tel: +49 221 147-2631

Anmeldung

Mail an rtf@brk.nrw.de