Sprache und Sprachsensibilität fördern am BK: bildungsgangspezifisch, fachbezogen und unter besonderer Berücksichtigung moderner digitaler Tools

Angebotsnummer (ANR): 107796

Grundinformationen

Schulform

Berufskollegs

Bereich / Teilbereich

Fachbereichsübergreifende Fortbildungen / Unterrichtsentwicklung am Berufskolleg

Inhalt

Berufliche Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg ist – in jedem Bildungsgang – eng verbunden mit der souveränen Nutzung sprachlicher Kompetenzen. Die gemeinsame Verantwortung in der unterrichtlichen Umsetzung liegt bei allen Fächern. Je nach Anspruchsniveau des Bildungsgangs und den Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ist entsprechend adressatengerecht die jeweilige Unterstützung bereitzustellen. Der „bewusste und förderliche Umgang mit Sprache in allen Fächern und schulischen Handlungsbereichen“ wird ausdrücklich im Referenzrahmen Schulqualität NRW gefordert (QB 2, insbesondere 2.7. – in Verbindung mit 2.2 und 2.6).

Der Schulerfolg von Schülerinnen und Schüler hängt maßgeblich vom Erwerb der Bildungssprache (auf mündlicher und schriftlicher Ebene) ab. Nur mit diesem Sprachregister ist es möglich am Unterrichtsgespräch teilzunehmen sowie schulisches Arbeitsmaterial und Prüfungsunterlagen zu verstehen. Sprachliches und fachliches Lernen sind nicht voneinander zu trennen. Viele Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg verstehen Schulbuch- bzw. Fachtexte allerdings nur unzureichend und scheitern an korrekter und präziser Textproduktion, mündlich und schriftlich.

Für eine systematische Unterrichtsentwicklung benötigen Fachlehrkräfte daher eine fachliche und didaktische Unterstützung und Orientierung mit Blick auf die bildungssprachlichen Anforderungen ihres jeweiligen Faches und Ihres Bildungsgangs. Sie müssen anstreben, die Sprachförderung in alle Unterrichtsfächer zu integrieren und in ihrem Bildungsgang sinnvolle und angemessene Verabredungen zu treffen.

Ziele der Fortbildung:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • erhalten fachlichen Input zu grundlegenden Prinzipien und Methoden sowie (digitalen) Hilfsmitteln in einem sprachsensiblen Fachunterricht und nutzen dies zur praktischen Anwendung an eigenen Unterrichtsmaterialien (vorliegenden Lernsituationen oder anderen Unterrichtssequenzen).
  • entwickeln Ansätze für ein sprachsensibles Konzept im Bildungsgang und vereinbaren gemeinsam Ziele für ein sprachsensibles Unterrichten.
  • evaluieren in einer Folgeveranstaltung die in der Zwischenzeit optimierten und im Unterricht erprobten Unterrichtsmaterialien.

Angestrebte Kompetenzen:
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • unterscheiden Bildungssprache, Alltagssprache und Fachsprache und werden in Bezug auf sprachliche Stolpersteine sensibilisiert.
  • orientieren ihr eigenes sprachliches Verhalten an den Bedürfnissen der Lerngruppen.
  • erkennen bildungssprachliche Merkmale im eigenen Fach.
  • entwickeln Materialien für den eigenen Unterricht nach sprachsensiblen Kriterien
  • entwickeln fächerübergreifende sprachfördernde Strukturen für den Bildungsgang, die langfristig in die didaktische Jahresplanung implementiert werden können.

Mögliche Bausteine /Schwerpunkte der Fortbildung:
  • sprachliche Sensibilisierung
  • pragmatische und valide Diagnoseansätze im Fachunterricht
  • Analyse von Arbeitsblättern, Klausuren und Prüfungen im Hinblick auf sprachliche Stolpersteine
  • Differenzierungsansätze für heterogene Lerngruppen
  • Differenzierte und mit KI-Unterstützung geeignet modifizierte Fachtexte im Unterricht
  • exemplarische Bearbeitung von Lernsituationen (auch fächerübergreifend)

Über die Einleitung hinausgehende Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität NRW:

  • 2.9.1 Die Schule fördert den Erwerb der Bildungssprache systematisch und koordiniert
  • 2.9.2. Sprachliche Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern anderer Herkunftssprachen werden nach Möglichkeit aufgegriffen und berücksichtigt.
  • 2.10.2 Die Potenziale digitaler Medien zur Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen werden reflektiert eingesetzt und lernförderlich genutzt.
  • 2.10.3 Die Schule unterstützt die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken des digitalen Wandels.

Bezüge zum Medienkompetenzrahmen NRW:
  • Einleger Förderung digitaler Schlüsselkompetenzen https://www.berufsbildung.nrw.de/cms/upload/fachklassen/djp-einleger.pdf
  • Handlungsleitfaden zum Umgang mit KI: https://www.schulministerium.nrw/textgenerierende-ki

Umfang:
Die Fortbildung kann schulintern bis zu 3 Tagen/Schuljahr dauern, mindestens aber 2 Tage. Sie umfasst gemeinsame Planung, praktische Umsetzung und nachfolgende Reflexion.
In einem obligatorischen Vorgespräch werden je nach Bildungsgang und der Ausgangssituation spezifische Absprachen für die Fortbildung getroffen.

Mitzubringen sind:
  • digitale Endgeräte möglichst mit Zugang zum Internet
  • Lernsituationen und/oder Unterrichtsmaterialien sowie Aufgabenformulierungen und Beispiele von schriftlichen Schülerleistungen. Das Unterrichtsmaterial sollte sich auf die Zeit zwischen der ersten Fortbildungstag und dem zweiten Termin beziehen, sodass es in der Zwischenzeit in überarbeiteter Form im Unterricht erprobt werden kann.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Die Fachkolleginnen und -kollegen eines (Teilzeit)-Bildungsgangs und deren Bildungsgangkoordinatoren /-in

Kontakt

Fachberatung Fortbildung

Daniel Toubartz

E-Mail: daniel.toubartz@brk.nrw.de

Tel: +49 221 147-3414

Sachbearbeitung

Merve Nur Cekinmez

E-Mail: merve.cekinmez@brk.nrw.de

Tel: +49 221 147-2595

Anmeldung

daniel.toubartz@brk.nrw.de